Entspannte Kinder

„Jetzt sitze einmal ruhig!“  „Kannst Du Dich nicht in Ruhe konzentrieren“
oder „Immer diese Hummeln im Po.“

Frage mal Dein Kind, ob es diese oder ähnliche Sätze kennt?

Wir wissen heute was Kinder für einen Leistungsdruck und Freizeitstress ausgesetzt sind. Wir bemerken dass viele unserer Kinder unter Nervosität und Schlafprobleme leiden. Und wir kennen die Schubladen Bezeichnungen wie Zappelphilipp oder hyperaktiv. Leider auch ADHS.

Aber was tun wir dagegen?

Zahlreiche Experten, darunter auch Prof. Gerald Hüther bezeichnen unter anderem die Modernen Lebensumstände als das Problem. Ständige Reizüberflutung, mehrmals die Woche unterschiedliche Freizeitaktivitäten und der gesellschaftliche Druck von Schule & Co.

Trotzdem höre ich als Kinder-, Familien und SelbstSEIN Trainerin immer wieder : „Aber mein Kind will das“ oder „Was soll es den sonst machen, den ganzen Tag zuhause sitzen?“

„Wirklich?“ Und „JA“ sind meine Antworten darauf!

Die meisten Kinder können „noch“ so viel leichter entspannen wie wir Erwachsenen.

Deshalb mein erster Tipp: Gönne Deinem Kind Entspannung! Und beobachte, ob Du dies nicht auch für DICH machen solltest?

Was ist eigentlich Entspannung?

Sagt Dir das Wort „Parasympathikus“ etwas? Mir sagte es nichts, bis ich mich intensiv mit Entspannung im Allgemeinen befasst habe. Das ist der sogenannte „Ruhenerv“ oder auch „Erholungsnerv“. Der sorgt für eine ruhige Atmung, regelmäßigen Herzschlägen und lockeren Muskeln. Er ist mit-entscheidend für unsere Gesundheit. Also auch für die Gesundheit unserer Kinder!

Kurzum möchte ich Dir hier Anregungen geben, wie Du Dein Kind beim Entspannen unterstützen kannst!

Schon Babies lieben Entspannung ♥

Liebevolle Berührungen und Geschichten von Mama, Papa, Geschwistern oder anderen nahen Bezugspersonen bauen Babies Verspannungen ab. Das Kombinieren von Erzählen und Berührungen schärft die Wahrnehmungsfähigkeit, die Konzentration und Aufmerksamkeit.

Es war einmal ein Floh.
Der hüpft herum so froh (mit dem Finger auf dem Körper herum hüpfen).
Und weil er dich so mag, Sagt er dir „Guten Tag“ (die Hand schütteln)

Zum Beispiel findest Du solche Wahrnehmungsspiele in Mechthild Wessel, Brigitte vom Wege: Zehn flinke Zappelzwerge

Beispielsweise kann man es auch mit eigenen Nacherzählungen von Erlebnissen versuchen. Probiere einfach, was Dir besser gefällt. Zuhause ist es mit Sicherheit am gemütlichsten, trotzdem kann diese Art von Entspannung überall eingesetzt werden.

Für kleine Helden ab ca. 3 Jahren 

Kleine Helden brauchen neben Entspannung auch viel Bewegung. Wenn eine gute Ausgeglichenheit zwischen Aktion und Entspannung herrscht, können Kleinkinder ihr körperliches und geistiges Gleichgewicht aufrecht erhalten.

Obwohl ich keine Yoga Ausbildung gemacht habe, bin ich von Kinderyoga mehr als überzeugt! Mailo und mir macht es immer wieder Spaß einen Baum, die Sonne oder den Schmetterling zu spielen. Hierzu liebe ich es mich von Mai Cocobelli und Ihrer Musik inspirieren zu lassen.

Ebenso wie die Kinder aus meinen Kindergartentrainings bin ich ein großer Fan von Phantasiereisen.

Lass Dein Kind sich einen bequemen Platz (liegend oder sitzend) suchen und mit langsamer, weicher Stimme erzählst Du eine Phantasiegeschichte mit positiven Ausgang. Beispielsweise nutze ich auch gerne gemeinsame Erlebnisse, wie unseren letzten Ausflug ins Aquarium.

Im Folgenden findest Du eine Reise in den Wald. Als Hintergrund nehme ich gerne Vogelgezwitscher.

Für die etwas größeren Superhelden ab ca. 7 Jahren

„Setze Dich hin, wir entspannen uns jetzt“ tja, so einfach ist es nicht. Kennst Du das nicht von Dir selbst? Alles was ein „Befehl“ ist, ist schwierig umzusetzen. Deswegen ist es wichtig, Kinder behutsam an regelmäßige Entspannungsübungen heranzuführen.

Entsprechend kommt es natürlich auf den Unruhezustand und das Alter an, wie lange die Übungsphasen bei einzelnen anhält. Dennoch geht nichts von heute auf morgen!

Mit „meinen“ Schulkindern mache ich gerne Autogenes Training. Nicht lange, höchstens 10 Minuten. Auch Zuhause sollte die Übung nicht länger stattfinden.

Vorher erkläre Deinem Kind, was für eine Übung ihr macht und wofür diese gut ist!
Autogenes Training ist bewusstes Anspannen und Entspannen der einzelnen Körperteile.

Dein Kind soll sich einen bequemen Platz suchen (liegend oder sitzend) und wenn es für Dein Kind in Ordnung ist, kann es die Augen schließen.

Wenn Du entspannt sitzt, atme 5x mal tief ein und aus. Nun balle Deine rechte Hand zur Faust und halte diese Anspannung 10 Sekunden lang. 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10
Jetzt öffne Deine Hand und lass sie 30 Sekunden ruhig liegen. 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – 11 – 12 – 13 – 14 – 15 – 16 – 17 – 18 – 19 – 20 – 21 – 22 – 23 – 24 – 25 – 26 – 27 – 28 – 29 – 30
Nun machen wir das selbe mit der linken Hand. Mit den Zehen, mit den Füßen, dem Bauch und allen Körperteilen die wir kennen.

Falls Dein Kind gerne malt, empfehle ich „Mandalas“. Der spirituellen Malvorlage sagt man eine entspannte Wirkung nach.

Gerade gestern habe ich mir wieder ein Mandalabuch zum ausmalen besorgt. Ich kann mich in den geschlossenen Kreisformen bunt austoben, es lenkt mich von meinen Alltagsstress ab und verschafft mir meditative Inspiration.

Im folgenden Link findest Du 3 Mandalavorlagen zum Ausmalen für Dein Kind. Je nachdem ob Du auch malen willst, besorgst Dir zum Beispiel wie ich ein Mandalabuch aus dem Buchhandel oder lädst Dir die Vorlagen aus dem Internet.

Und mein letzter Tipp für heute.

Entspanne auch DU! Du bist das Vorbild Deines Kindes.
Solange Du Wege findest, wie Du Dich entspannen kannst, wird auch Dein Kind entspannt sein.

In meinem letzten beiden Blogartikel kannst Du nachlesen, wie ich auch in Chaoswochen entspannen kann. Außerdem findest Du noch zusätzliche Tipps.

Hast Du weitere Entspannungstipps für Kinder und Erwachsene?

Falls ja, würde ich diese gerne auf meiner FB Fanseite teilen. Schreibe mir doch, entweder in einer persönlichen Nachricht oder direkt hier im Kommentarfeld. Über Dein Feedback zu den oben genannten Übungen freue ich mich auch 🙂

Entspannte Grüße,

PS: Interessieren Dich Themen wie KinderMUT, FamilienSTARK und SelbstSEIN? Möchtest Du wöchentliche Impulsübungen zu meinen Monatswörtern direkt in Dein Postfach? Trage Dich unverbindlich in meinen Newsletter ein.

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2017-02-20T11:55:32+00:00

6 Comments

  1. Nora hodeige 20. Februar 2017 at 09:46 - Reply

    Danke, liebe Vivien, was für schöne Idee und Tipps, ich werde sicherlich einiges davon umsetzen 🙂
    Ich glaube, dass es so wichtig ist, dass unsere Kinder auch mal langweile haben, denn nur so finden Sie Zugang zu ihrer eigenen Kreativität! Wenn wir als Eltern sie dauernd bespaßen und vom Kindergarten zum turnen, schwimmen, musizieren schleppen, haben sie gar keine Zeit mehr mit sich selbst alleine zu sein. Etwas, das auch uns erwachsenen so schwer fällt. Und doch ist es das wichtigste: mit sich selbst und bei sich selbst sein zu können.
    Ganz liebe Grüße, Nora

    • Vivien-Admin 20. Februar 2017 at 11:58 - Reply

      Danke liebe Nora für Dein tolles Kommentar <3 Du hast nämlich so recht, aus "Langeweile" können so wunderbare Dinge entstehen. Lass uns alle ein bisschen langweiliger werden 😉 Ganz liebe Grüße

  2. Ingrid Sibold 24. Februar 2017 at 14:34 - Reply

    Deine Beiträge find ich mega toll und inspirierend. Auch als Oma. Meine Kinder liebten auch solche Übungen mit An-und Entspannen. Ich habe meinen Kindern in gewissen Situationen Hefeteig gemacht, den sie nach ihrem Gefühl bearbeiten durften. Oder wir haben unsere eigenen Massageöle, aus selbstgesammelten Kräutern hergestellt, denen sie einen persönlichen Namen gaben, und haben uns gegenseitig massiert, sie liebten das. Auch hatten wir einen selbstgebastelten Redestab, der am abendlichen Ritual von einem zum andern gereicht wurde. Jeder konnte so alles erzählen, was er gern möchte, und niemand durfte dazwischenquatschen. Ja, ich werde hier sicher den einen oder andern Tip für meine Enkel beherzigen. Ich bin fasziniert, dass heute Informationen (im Gegensatz zu unseren eigenen Eltern, die solche Möglichkeiten wenig hatten) so schön) fliessen, dank Menschen wie Dir. DANKE

    • Vivien-Admin 24. Februar 2017 at 15:35 - Reply

      Liebe Ingrid, vielen herzlichen Dank für Dein wunderbares Kommentar <3 Mit Omas sind solche Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen mindestens genauso fein! Ich denke liebend gerne an meine Oma und Ihre tollen Ideen zurück. Und auch Mailo liebt die Rituale mit Oma und Opa <3
      Danke für Deine schönen Ideen, wenn ich darf, würde ich diese gerne auf meiner FB Fanseite posten? Ja, mit Internet ist heute vieles Möglich, daher finde ich es umso schöner, dass Du das schon viel früher mit Deinen Kids gemacht hast! Ganz liebe Grüße, Vivien

  3. Marianne 24. Februar 2017 at 19:42 - Reply

    Liebe Vivien,
    du sprichst mir aus der Seele! Entspannung ist für die Kinder sooooo wichtig; und mit Entspannung meine ich nicht am Computer oder Handy spielen..
    Ich arbeite sehr oft mit Kindern, die unter Konzentrationsproblemen leiden – die Eltern sind sehr verwundert, wenn ich mit ihren Kiddys Entspannungsübungen mach, wo sie sich doch konzentrieren lernen sollen 🙂
    Erst wenn ich ihnen den Vergleich mit einem Gummiringerl bringe, können sie es verstehen: Unsere Kinder stehen durch den Alltag schon so unter Spannung. Sie sind wie ein aufs äußerste gespannten Gummiringerl. Versuch mal ein gespanntes Gummiringerl weiter zu spannen. Was wird passieren? Er „leiert aus“ oder reißt sofort! So ist es auch mit unserer Konzentration (bedeutet ja auch Spannung): wir schweifen mit den Gedanken ab oder sind ganz weg vom Thema….

    Eine nette einfache Entspannungsübung, die man immer und überall machen kann: Einfach eine Minute (oder länger) einfach nur lauschen, was man hört…

    vielen Dank für deine wundervollen Tipps und Inspirationen

    • Vivien-Admin 25. Februar 2017 at 11:03 - Reply

      Danke liebe Marianne für Dein Kommentar und diese tolle Metapher <3 Darf ich diese mit Deinem Namen auf meiner FB Seite posten?

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